Ein Jahr im Kreis
Ich spiele Fußball.
In der letzten Liga.
Und schreibe darüber.
>>>Lesen>>>

Miro Klose zum Scrollen
Die lange Karriere des Miroslav Klose in der Nationalmannschaft.
>>>Lesen>>>

120minuten
Lange Fußballtexte wechselnder Autoren. Von und mit mir.
>>>Lesen>>>

Posts mit dem Label Fußball werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fußball werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 6. Juli 2012

So schreibt man Geschichte!

Die Presseabteilung des DFB greift anscheinend nach jedem Strohhalm, um in der 3. Liga Spannung herbeizureden. Dem Trainer der zweiten Mannschaft des BVB konnte z.B. dieser O-Ton entlockt werden:
"Wir wollen Geschichte schreiben[...]Noch nie ist es einer zweiten Mannschaft des BVB gelungen, zwei Jahre in Folge in der eingleisigen 3. Liga zu bleiben."
Die zweite Mannschaft, des BVB, zwei Jahre in Folge, in der Dritten Liga (ab 2008/09) - das wäre wirklich monumental! Was hat man da nur zusammenkonstruiert! Ob die beiden Sätze wirklich in direktem Zusammenhang stehen? Und gibt es wirklich nichts spannenderes, worüber in Liga 3 berichtet werden kann? Unfreiwillig komisch, wie ich finde. Oder doch der große Wurf in Liga 3?

Montag, 25. Juni 2012

Was Fernsehzuschauer bei EM-Übertragungen zu sehen bekommen

EM2012 im TV

Nur 4 Gründe, warum ich diese EM bislang so spannend finde!

Bei den geschätzten 11freunden hat Alex Raack EM-Kritik da so einen Artikel (eher Kommentar) geschrieben, warum er die EM langweilig findet. Die Ironiekeule wird im Text geschwungen und dennoch habe ich den Eindruck, dass er diese Kritik ernst meint. Ich habe da eine gegenteilige Meinung und möchte deshalb an dieser Stelle meine nur 4 Gründe nennen, warum ich die EM bisher so spannend finde.

1. Die Spanier

Ich fand die Spanier aus 2008 und 2010 eher langweiliger als die aktuellen. Die Spiele gegen Italien, Kroatien und auch Frankreich waren, meiner Meinung nach, richtig spannend. Immer wieder kamen die Spanier in Bedrängnis und sogar die Franzosen, bei denen wenig zusammenlief, hatten ihre Chancen. Mit Puyol und Villa fehlen zwei wichtige Spieler und ich frage mich, ob die Spanier, so wie Topexperte Kretzschmar bei Waldi orakelte "nur so hoch springen, wie sie müssen" oder einfach nicht besser können. Das Spiel gegen die kompakten Portugiesen wird der nächste Prüfstein.

2. Die Fast-Sensationen

Auch wenn es noch nicht die Mutter aller Sensationen gab, so finde ich, dass es nicht wenige uninteressante Spiele gab, in denen die Außenseiter den Favoriten in die Suppe spucken konnten. In Gruppe A kommen die Griechen ins Viertelfinale. In Gruppe B schlagen die Dänen die Niederländer, die sang- und klanglos ausscheiden und die Portugiesen ziehen mit der schlechtesten Mannschaft seit 20 Jahren (so sagten es zumindest die portugiesischen Reporter vor der EM) ins Halbfinale ein.
In Gruppe C machen Kroaten und Italiener den Spaniern das Leben schwer und in Gruppe D kommen die Ukrainer fast ins Viertelfinale und die Schweden enttäuschen zunächst, schlagen dann aber, bereits ausgeschieden, die Franzosen. Wie ein Kommentator schon unter dem Artikel richtig schrieb, "Sensationen sind doch nur Sensationen wenn sie selten vorkommen" (die Einladung zum Doppelpass ist sicher) und ich denke, dass es, wenn auch nicht zu Sensationen (bspw. Finale Irland vs. Malta), zu einigen handfesten Überraschungen gekommen ist.

3. Die Spiele

Auch hier muss ich widersprechen. Ich fand einen Großteil der Spiele ziemlich spannend und in Anbetracht der teilweise recht hohen Temperaturen und der Wichtigkeit der Spiele, ist eben nicht mit rauschhaften Sturmläufen und Kabinettstückchen am laufenden Band zu rechnen. Und um schnöde Zahlen zu bemühen: Es gab, bis auf das Viertelfinale England - Italien (welches bei Erscheinen des von Herr Raacks Artikel noch nicht gespielt war), kein einziges 0:0.

4. Die Fans

Da ich nicht live vor Ort bin, kann ich nur einschätzen, was das Fernsehen zu mir ins heimische Wohnzimmer übermittelt. Und ja, mir gehen die Einblendungen der Weltregie von x-beliebigen lustig kostümierten Fans, die dann irgendwie rumalbern, wenn sie merken, dass sie gefilmt werden, gehörig auf den Sack. Einstellungen nasebohrender Fans, für die ich mich ja noch erwärmen könnte, gibt es leider nicht mehr (die Weltregie ist ja dazu übergegangen, irgendwelche Einstellungen von irgendwann einzublenden, wenn sie es für richtig hält und nicht, wenn sie gerade live passieren - das wäre in Zukunft auch ein Stilmittel, um den gesamten Spielverlauf zu dramatisieren, siehe Pulp Fiction).
Jetzt habe ich mich mehr über die Weltregie als die Fans aufgeregt, denn an denen habe ich gar nicht soviel zu kritteln - man erinnere sich nur an die Gesänge der irischen Fans und die der Engländer sowie an die Unterstützung der polnischen Fans - also ich kann nicht meckern und darf auch gar nicht meckern.

Den letzten Punkt von Alex Raack, die Organisatoren-Kritik, kann ich vom Sofa aus nicht beurteilen.




Donnerstag, 14. Juni 2012

Wie ich bei Tippspielen abschneide

EM-Zeit ist Tippspielzeit. Und mit Tippspielen ist das so eine Sache - zumindest bei mir. Besonders erfolgreich bin ich nie, doch ich tippe auf niedrigem Niveau stabil. Bei einem normalen Bundesligatippspiel tippe pro Spieltag bei 3-4 Spielen zumindest tendenziell richtig.
Mit “normal” ist in diesem Zusammenhang anonym gemeint. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich, sobald ich die Mit-Tipper kenne, komplett versage. Noch schlechter sind meine Ergebnisse nur, wenn es auch noch einen halbwegs attraktiven Preis zu holen gibt.
Ich habe das mal in ein kleines Diagramm gezwängt:
Wie ich bei Tippspielen abschneide.
Geht es noch mehr Leuten, handelt es sich sozusagen um ein generelles gesellschaftliches Problem?

Samstag, 9. Juni 2012

Die abseitige Presseschau zur EM

"Die EM steht vor der Tür, da muss es doch noch das Ein oder Andere zu berichten geben, was in irgendeiner Form verwurstet werden kann." 
Bei so mancher Meldung (auch auf den großen Nachrichtenseiten) kommt es mir so vor, als ob genau das der einzige Antrieb war, den entsprechenden Content zu produzieren. Allerlei Unnützes weit abseits des Fußballs wurde da zusammengeschrieben und -geklickt - ich habe mir einen Überblick verschafft. Eine Auswahl der abseitigen Topthemen zur EM.

Maskottchen-Bashing

Der einhellige Tenor: Die Maskottchen Slavek und Slavko sind das Produkt einer weltfremden Marketingagentur, wie bei jeder FIFA/UEFA-Veranstaltung. Die beiden bunten Wichte haben keine landestypischen Namen verpasst bekommen und sehen natürlich, wie immer, schrecklich aus. An dieser Stelle kann auch immer an Goleo (der mit dem sprechenden Ball, aber ohne Hose) erinnert werden, wie bei jeder FIFA/UEFA-Veranstaltung. Beispielhaft die taz:

„Slavek und Slavko oder SS“ - KEIN POLE HEISST SLAVEK UND KEIN UKRAINER SLAVKO
Das Team von ran.de hat gleich, was würde näher liegen, eine Klickstrecke mit allen Maskottchen kreiert.

Songs zur EM

Eine ganz sichere Bank in Sachen "Aufreger und Peinlichkeiten" sind natürlich die Unmengen an Songs, die zu jeder Fußballgroßveranstaltung auf den Markt geworfen werden. In Deutschland versucht inzwischen jeder Provinz-DJ sein Stück vom Kuchen abzubekommen. Die 11freunde haben eine hübsche Aufstellung gemacht (in die leider auch die Kneipenterroristen, eine Band aus dem rechten Spektrum) geraten sind.
Außen vor gelassen wurde dabei zum Glück der Song von Matze Knop und Waldi Hartmann, der sich wie einer von Knops verkorksten Witzen (nur eben 3 Minuten lang) anhört. Spiegel Online war sich nicht zu schade dem Quatsch in Form eines vorproduzierten Videos einer Nachrichtenagentur eine Bühne zu geben (und dass dann auch noch im Sport- und nicht im Wald-und-Wiesen-Ressort zu veröffentlichen).
Der offizielle EM-Song der Polen ist natürlich auch ein Thema. Darbietung und Musik erinnern stark an den russischen ESC-Beitrag und Focus und Express und viele andere liefern ironisch-witzige Beiträge dazu.


Orakel...

Krake Paul ist tot, es leben die neuen Orakel! Zur Fußball-EM müssen natürlich Ersatz-Orakeltiere her. Der Vorteil an dieser Methode zur Ergebnisvorhersage - es werden genau gar keine Vorkenntnisse in Sachen Fußball benötigt. Da werden Elefanten, neue Kraken, Seidenhühner, Hunde und viel anderes Getier bemüht, um den Ausgang der Spiele vorherzusagen. Man kann die Tierchen niedlich finden, seine Witzchen machen und hat sogar noch eine Prognose für das kommende Spiel. Irgendein Grottenolm wird bestimmt zweimal in Folge richtig liegen und die internationale Presse kann sich dann endgültig darauf stürzen.
Vorab-Berichterstattung ist natürlich auch gegeben: Was der Thüringischen Landeszeitung nur eine Meldung im Kinderteil wert ist, verwurstet die Bild natürlich zu einer Klickstrecke für die Großen.


...und andere Mutmaßungen zum Turnierausgang

Jeder noch so abstrusen Methode zur Vorhersage des Turnierausgangs wird Gehör geschenkt (siehe Orakel). Im Fußballmarkt-Blog der Wirtschaftswoche werden die medienwirksamsten Wahrsagemethoden vorgestellt: Vom Auskungeln mittels EA Sports-Simulation über die einfache Addition von Marktwerten bis hin zu den EM-Prognosen der TU Dortmund.

Außer Konkurrenz

Gesondert hingewiesen sei zum Abschluss nochmal auf die tolle Meldung der FTD, dass belgische Fans ihre Unterstützung zur EM versteigern sowie auf eine fragwürdige Klickstrecke des Kuriers mit dem Titel "Die Euro wirft viele Fragen auf" - genau wie die Klickstrecke selbst, denn was fällt einem zu einem Bild griechischer Fans ein, das wie folgt betitelt ist:

"Schlafen die Griechen unter einem Rettungsschirm, weil sie sich die sauteuren ukrainischen Quartiere nicht leisten können?"


Donnerstag, 31. Mai 2012

Testspiel-Phrasenbingo

Update: So viele der vorhergesagten Phrasen sind gestern gar nicht zum Einsatz gekommen. Das "Muster ohne Wert" konnte Steffen Simon sich nicht verkneifen, eine der Worthülsen, die man schon so oft gehört hat, das man über ihre Bedeutung schon gar nicht mehr nachdenkt.

In Interviews nach dem Spiel wurde dafür umso öfter vom "Rückenwind" gesprochen. Wobei ich mich frage für welche Art von Rückenwind ein 2:0 gegen Israel sorgen kann - ich werde jetzt keine Vergleiche heranziehen. "Rückenwind" fasst aber auch die Aussagen aller Beteiligten von gestern Abend ganz gut zusammen: Nach Möglichkeit alles postiv reden, um nur keine Diskussionen aufkommen zu lassen.  

Mit Testspielen ist das ja so eine Sache. Mit Spannung ist es da nicht soweit her. Wer nicht gerade darauf achtet, dass sich der Achter halbrechts ein bisschen horizontaler und eher raumfüllend verhalten müsste, dem könnte beim Fußballschauen doch tatsächlich langweilig werden.

Ein in Business-Meetings sehr beliebter Zeitvertreib kann da Abhilfe schaffen. Speziell für diesen letzten Härtetest, bei dem die N11 den Sommerfußball vom Schweiz-Spiel vergessen machen muss, um noch einmal Selbstvertrauen für die EM zu tanken, habe ich ein kleines Testspiel-Phrasenbingo erstellt. 

Spielprinzip ist ganz einfach, wenn Steffen Simon heute Abend eine der Phrasen verwendet - einfach abstreichen. Die schnell zusammengeklickte Googlepräsentation kann mittels des Zahnrädchens ausgedruckt oder direkt bearbeitet werden:



Es gibt bestimmt noch eine Vielzahl an besseren Phrasen...Vorschläge als Kommentar oder gleich eine Kopie mit eigenen Phrasen anlegen.

Dienstag, 20. März 2012

Das Ende der Unkenrufe

Nachdem ich mich mit meiner Einschätzung der Chancen von Basel im Rückspiel des CL-Achtelfinales deutlich daneben gelegen habe und die Bayern in den letzten drei Spielen 20 (in Worten zwanzig) Mal getroffen haben, habe ich für mich eine Entscheidung getroffen:
Ich werde aufhören zu unken.
Ich als super subjektive Einzelperson könnte es mir zwar erlauben, gegen die Bayern zu schreiben und Niederlagen herbeizureden, tue es aber nicht. Auch werde ich nicht in die andere Richtung unken und Gladbach unterstellen, dass sie nach einem Sieg aus den letzten vier Spielen auf dem absteigenden Ast sind und mir bereits lustige, zur Niederlage passende Wortspiele, zurechtlegen.
Das Unken überlasse ich am besten den Leuten, die sich damit am besten auskennen.

Sonntag, 11. März 2012

Die Bayern in der Krise - Nein! Doch! Ohh!

Zum Ende der Hinrunde stand eigentlich schon fest: Der FC Bayern wird Meister. Trainer, Kommentatoren und Journalisten waren sich einig. Mit Beginn der Rückrunde ging bei den Bayern das Geschwurbel los. Zuhause wird nach wie vor alles gewonnen, aber auswärts ist Sand im Getriebe. Von 5 Auswärtsspielen (inkl. der Partie Champions League) konnte keines gewonnen werden: 3 Niederlagen und 2 Unentschieden stehen zu Buche. Das hat die Bayern ihre Tabellenführung gekostet und dem BVB einen ordentlichen Vorsprung verschafft.

Gegen Gladbach sorgten individuelle Fehler für die Niederlage im Spitzenspiel. Wolfsburg wird zuhause geschlagen. In Hamburg reicht es nur für ein Unentschieden. Kaiserslautern wird zuhause problemlos geschlagen. Bei Freiburg gibt es ein enttäuschendes Unentschieden und im Anschluss den Tiefpunkt in Basel. Schalke wird dann wieder zuhause geschlagen. Dann wieder die Niederlage bei Bayer. Und jetzt wird Hoffenheim in der Allianz-Arena verhauen. Es ist ein Auf und Ab. Und jedesmal gibt’s auswärts nichts zu holen. Krise: Nein! Doch! Ohh!
Die Bayern sind in der Rückrunde auswärtsschwach! Bayern ist Vierzehnter der Rückrundenauswärtstabelle, die zwar nicht sehr aussagekräftig ist, aber eine Tendenz zeigt.
Die Bayern haben ein Auswärtsproblem, aber sind sie wirklich so heimstark? Oder sind die Gegner der Bayern so schwach? Das ist nämlich mein Eindruck, wenn ich mir die Spiele anschaue. Nicht wenige der Gegner scheinen sich ordentlich, mit Verlaub, in die Hosen zu scheißen, wenn sie in München antreten. Oder die Trainer scheinen ihre Teams dahingehend einzuschwören, doch bitte kein halbes Dutzend Gegentore zu kassieren. Markus Babbel hat es geschafft, seine beiden Teams vor dem Spiel gegen die Bayern so einzustellen, dass sich ein Debakel nach jeweils nicht mal 30 Minuten Spielzeit abzeichnete. Möchte sich da jemand als Bayern-Trainer empfehlen? Vielleicht schafft es Babbel noch irgendwie, einen der verbleibenden Bayerngegner zu übernehmen.
Aber nicht nur bei Babbels Teams war eine gewisse Angst zu erkennen - im Stadion der Münchner haben sich viele Mannschaften nicht mit Ruhm bekleckert. Deshalb bin ich auf das Spiel gegen Basel gespannt - denn die haben im Old Trafford ein 3:3 geholt und bisher kein Auswärtsspiel in der Champions League verloren. Gut, 3 Spiele sagen noch nicht allzu viel aus, aber man kann zumindest davon ausgehen, dass Basel sich nicht verstecken und darauf warten wird, von den Bayern 5 Tore eingeschenkt zu bekommen.
Was meint der werte Leser? Sind die Bayern zuhause so stark oder die Gegner so schwach? Und hat Basel eine Chance oder liegen die Schweizer auch nach einer Viertelstunde mit 3 Toren hinten?

Freitag, 9. März 2012

Lesetipp - Fußball im Orient

Politik und Fußball gehören nicht zusammen - das ist zumindest die offizielle Linie der FIFA. Das dem in der Realität nicht so ist, daran besteht kein Zweifel. Mich interessiert dieser Politikkrams hinter dem Fußball nicht wenig und in Zusammenhang mit meiner Vorliebe für Ereignisse jenseits Deutschlands, Europas oder der USA bin ich auf die Fußball-Kolumne von zenith aufmerksam geworden.
Zenith ist die Zeitschrift für den Orient, die Nachrichten und Reportagen aus Regionen liefert, die sonst eher keine Hauptrolle in der Medienwelt spielen. Das Magazin selbst habe ich Sparfuchs mir noch nie gekauft, aber auch die Internetpräsenz liefert viel Lesenswertes.
Es gibt also eine Fußballkolumne auf zenith online und dort wird eben nicht vorwiegend über Transfers, Verletzungen und große Spiele berichtet sondern eher über die politischen Hintergründe und gesellschaftliche Zusammenhänge geschrieben. Beim Lesen merkt man, dass Helen Staude, die die Kolumne verfasst, kein Fußball-Nerd ist, aber es muss ja nicht jeder ein Walter-Frosch-Gedächtnisshirt tragen, um über Fußball schreiben zu können. Mal wird der Fußball als Scheidungsgrund in Ägypten thematisiert, ein anderes Mal geht es um das vermutlich erkaufte WM-Quali-Spiel zwischen Bahrain und Indonesien. Dinge also, über die man an anderer Stelle eher weniger bis keine Informationen findet. Schon allein deshalb finde ich die Kolumne interessant und lesenswert. Leider gibt es bei zenith online keinen eigenen RSS-Feed für die Kolumne, man kann also entweder alles oder nichts abonnieren oder von Zeit zu Zeit vorbeischauen.

Zu der Bahrain-Indonesien-Sache:
Bahrain hätte im Spiel gegen Indonesien mit neun Toren Unterschied gewinnen müssen (bei gleichzeitiger Niederlage der Katharis gegen den Iran), um noch Chancen auf die Teilnahme an der WM 2014 zu haben. Tatsächlich gewann man mit 10:0. Ein, sagen wir mal, unübliches Ergebnis für diese beiden Teams. Hier gibt es momentan das ganze Spiel zu sehen:



Der Kathar hat aber nicht mitgespielt und gegen den Iran ein Unentschieden erreicht. Die FIFA ermittelt trotzdem.

Donnerstag, 8. März 2012

Die Relevanzmeister vom SID

“Spannend, unterhaltsam und fundiert” so sollen die Meldungen des SID sein. Trifft manchmal aber nicht so ganz zu. Und bei einigen News mangelt es auch an Relevanz.

Viele Portale "verarbeiten" die Meldungen des SID weiter. Wobei weiterverarbeiten heißt, die Meldungen unreflektiert zu kopieren. Ob nun dieser oder jener Ersatzspieler im bedeutungslosen Rückspiel des Sechzehntelfinales der Europa League dabei sein kann, gesperrt oder verletzt ist, das geht ja noch mit Augenzudrücken als Nachricht durch. Auch wenn gemeldet wird, dass ein italienischer Drittligist seinen Trainer entlassen hat, könnte es noch eine gewisse Anzahl von eingefleischten Fans geben, die das interessiert.

Gut, das war jetzt leicht übertrieben, aber was ich vor einigen Tagen gelesen habe, war für mich eine völlig neue Facette des Sportjournalismus: Messerstecherei nach Fußballspiel endet tödlich

Wer jetzt vermutet es geht um ein Spiel in der zweiten kolumbianischen Liga - weit gefehlt. Passiert ist das Ganze auf einem Bolzplatz in Berlin. Einerseits verwundert es mich, wie der SID daraus eine Meldung machen kann, also was das Ganze mit Sport im engeren Sinne zu tun hat und noch viel mehr erstaunt mich, wie Sportredaktionen die Meldung durchwinken.

 Im besten Fall ist das etwas für den Lokalteil oder den nach Blut lechzenden Boulevard. Oder habe ich da was falsch verstanden? Gibt es eine Querverbindung zu den Boateng-Brüdern (sehr lesenswert)? Zumindest konnte ich da nichts erkennen, was so direkt mit Fußball zu tun hat. Also wieso kommt sowas auf den Sportseiten im Internet an?

Mich für meinen Teil nervt es unglaublich, so etwas in den Sportnewsspalten oder in meinem Feedreader zu finden. Sollte ich mich wider Erwarten doch mal für Blut, Mord und Totschlag interessieren, kann ich RTL einschalten. Ein Minimum an redaktioneller Arbeit kann man doch erwarten (auch wenn’s kostenlos ist, die Sachen zu lesen, ich weiß). Im Großen und Ganzen wortgleich gab es die Meldung u.a. auf diesen Sport/Fußballseiten bzw. in den jeweiligen Sportressorts:


Darüber hinaus gibt es natürlich eine Vielzahl von Meldungen beim SID, die zwar Fußball-Relevanz besitzen, aber deren Informationsgehalt dann gegen null geht. Wenn jetzt eine Sportredaktion diese Meldungen aufgreift, wünscht man sich als Fußballfan, das da noch irgendeine interessante Information hinzukommt. Meist hofft man aber vergebens. Meine meist gehassten, den Feedraeder verstopfenden, Meldungen:

Hach ja, es sind nur Newsseiten, aber man kann doch erwarten, dass der größte Quatsch ausgesiebt wird und man lieber mal eine Nationalmannschaftsnominierungsmeldung weglässt.