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Dienstag, 11. Oktober 2016

Olis PR-Coup

Wer entscheidet eigentlich, was in der Fußballberichterstattung relevant ist? Man möchte doch meinen, Relevanz spielt eine gewichtige Rolle. Natürlich liegt es im Ermessen jedes einzelnen Medienkonsumenten zu entscheiden, was relevant ist und was nicht.

Die Aufgabe eines Mediums könnte es sein, für den Konsumenten eine Vorauswahl zu treffen: was ist wichtig genug, um thematisiert zu werden?

Natürlich versuchen die Protagonisten des Fußballgeschäfts, Spieler, Vereine, Funktionäre, Berater, diese Auswahl zu beeinflussen - indem sie nur die Informationen kommunizieren, die ihnen nützlich erscheinen, indem sie vollmundige Ankündigungen verlautbaren lassen, indem sie Helferlein und ganze Agenturen beschäftigen, die die Außendarstellung regeln, damit ja nichts dem Zufall überlassen ist.

Und natürlich erkennt der Konsument mit ausreichend Medienkompetenz nichtssagendes Marketing-Blabla und zum Event aufgebauschte Möbelhauseröffnungen. Aber die meisten Konsumenten sind keine Medienprofis. Und genau an dieser Stelle könnten die Medien ins Spiel kommen. Man hofft als Konsument, dass dort Profis im besseren Sinne arbeiten, die eine Auswahl treffen und heiße Luft von heißem Scheiß unterscheiden können. Pustekuchen.

Warum ich das schreibe? Als Fußball-Afficionado ist man um die Ankündigungen von Oli Kahn nicht herum gekommen:





Was mag der Titan wohl Geheimnisvolles meinen? In meiner Twitter-Timeline nahm man das Ganze eher belustigt zur Kenntnis:





Am 10. Oktober ließ die Bild die Bombe den Luftballon platzen: Kahn wird Markenbotschafter des FC Bayern in Asien.

"Aha, das ist aber mal interessant." Denkt sich irgendein Fußball-Marketing-Experte in seinem stillen Kämmerlein. Bei Lichte und aus der Perspektive des normalen Medienkonsumenten betrachtet, ist diese Meldung wohl vor allem eines: irrelevant. Denn das Jobprofil eines Markenbotschafters ist in etwa so klar definiert wie die Transferpolitik beim HSV.

Eine Bild-Exklusiv-Info ohne Bestätigung des Titan? Kein Hindernis für die dpa die Meldung lustig weiterzuverbreiten und kein Hindernis für allerhand Medien, den Bericht möglichst schnell durch den eigenen Überschriften-Generator zu jagen und rauszuhauen.


Screenshot Google News, 11.10.16 - 11:39 Uhr

In vielen Redaktionen sind die Klickzahlen mutmaßlich ein höheres Gut als objektive Berichterstattung. Es ist ja auch zu verlockend: die Null-Meldung lässt sich hervorragend abmelken. Denn schließlich lassen sich Überschriften á la 'Kahn zum FC Bayern' basteln, die sicher eifrig geklickt werden.

Screenshot tz

Mit Glück erfährt der Leser dann zwischen den Zeilen, was denn nun die Neuigkeit ist. Viel Zeit wurde beim Zusammenklicken der Artikel darauf verwendet, alte Meldungen zur Kahn-Ankündigung zu recyceln und den langweiligen Hergang der Dinge nachzuerzählen. Oder man pustet einfach die dpa-Meldung heraus.

Plot Twist

Schlussendlich dann der Plot-Twist: Kahn veröffentlicht am 11. Oktober ein Facebook-Statement in dem er bekannt gibt, ab sofort für ein Unternehmen aktiv zu sein, dass Torhüter coacht. Hm, das ist nun noch langweiliger als Markenbotschafter des FC Bayern. Aber durch die Falschmeldung sind nun sämtliche Nachrichtenseiten gezwungen, die Sache ins rechte Licht zu rücken. D.h. man muss nun über den wirklich lahmen Torhüterkram schreiben und Olis stumpfe PR-Kampagne weiterverbreiten. Das bringt nicht mehr so viele Klicks, aber die Falschmeldungen stehen lassen, sieht auch irgendwie blöd aus.

Ist Oliver Kahn bzw. sein neuer Arbeitgeber Gewinner der ganzen Aktion? Oberflächlich kann man das bejahen - schließlich erreicht die unspektakuläre Meldung nun ungeahnte Reichweiten. Inwieweit man ihm das Bohei im Vorfeld, inklusive eines Ankündigungs-Videos vor einem Bayern-Logo, übelnimmt und das seiner Integrität als Geschäftsmann und Experte schadet, wird sich zeigen. Für mich bleibt da ein Beigeschmack - ganz egal ob Kahn die Vorabmeldung bei Bild lanciert hat oder nicht.

Verloren haben ganz klar die Medien, die ein unbestätigtes Gerücht weiterverbreitet haben und diejenigen, die es in die Welt gesetzt haben. Nun müssen sich die armen Praktikanten in den Onlineredaktionen auch noch mit nervigen Richtigstellungen und der Weiterverbreitung von Olis Werbebotschaft befassen, wo sie doch eigentlich noch 50 abgeschriebene News mit einer fancy Überschrift auf die Website pusten müssten.

Ein schöner Schuss ins Knie, oder um bei Fußballsprech zu bleiben, ein klassisches Eigentor. Hätte man sich vor dem Veröffentlichen nicht nur Gedanken über Klickzahlen sondern über die Relevanz eines Markenbotschafters beim FC Bayern gemacht, man hätte sich vielleicht Ärger erspart. Und man wäre der eigentlichen Aufgabe eines Mediums nachgekommen: Einordnen, auswählen, objektiv sein und sagen was ist.

Update:

Nun beschwören die gleichen Medien, die vor Kurzem noch die Falschmeldung verbreiteten einen Shitstorm gegen Oli Kahn. Facebook-Kommentare abschreiben ist nicht schwer und ein bisschen Nachtreten wird man ja wohl noch dürfen.

Dienstag, 28. Mai 2013

Aufreger, und wie man damit umgeht - für weniger Nörgelei

Feindbild vieler Nörgler
Béla Réthy - Wikimedia Commons
Was war der größte Aufreger des über die Bühne gegangenen Champions League Finals in Wembley. Wenn ich in mich hineinhorche, kommt mir Einiges in den Sinn: die Rettungstat von Subotic, die versteckten Tätlichkeiten von Ribery und Lewandowski und natürlich das spielentscheidende Tor in letzter Minute.

Horcht man in die Weiten des Internets so kommt man zu dem Schluss, dass der größte Aufreger ein ganz anderer war - die stümperhafte, phrasendreschende Darbietung des Béla R. als Kommentator für das ZDF. Zwar hat ihm die Kommentierung des Spiels viel Lob eingebracht, aber auch die ewigen Nörgler waren allgegenwärtig und die Medien nehmen den Ball gern auf und haufen drauf auf Réthy, Reif und Co. Jeder Schuss ein Treffer und Wasser auf die Mühlen der Entrechteten, deren Ohren von dem nicht enden wollenden "Gesabbel" aus dem Off anscheinend arg malträtiert werden.

Ich lege an dieser Stelle ein Geständnis ab: Auch mir entweichen von Zeit zu Zeit Unmutsbekundungen ob des nicht immer passenden Kommentars bei Fußballspielen. Früher öfter, heute seltener. "Was redet er denn da?", denke ich mir manchmal und schäme mich ein bisschen fremd wegen des Gesagten. 

Im nächsten Moment wende ich aber eine der effektivsten Kulturtechniken überhaupt an - ich gehe darüber hinweg. Schließlich ist der Kommentar nur Beiwerk, heiße Luft, die in guten Augenblicken, das Gesehene einordnet oder zusätzliche Informationen liefert, jedoch in schlechten Momenten einfach ignoriert werden kann. So handhabe ich das zumindest. Meine Zeit ist mir zu schade, um mich über Halbsätze aus der Sprecherkabine aufzuregen.

Dem notorischen Nörgler nicht! Es ist ihm eine Herzensangelegenheit jedwede sprachliche Entgleisung zu dokumentieren und zu kommentieren. Jeder Fehler muss aufgedeckt, angeprangert und besprochen werden. Ohne ordentlichen Kommentar könne man das Spiel nicht verfolgen und gegen diesen Missstand muss mit Pedanterie angekämpft werden. Die Nörgler sind nur eine kleine Gruppe, aber sie verschaffen sich Gehör. Es wird so lange getrollt, bis auch in der entlegensten Ecke des Internets ihre Botschaft widerhallt.        

Den Nörglern muss meiner Meinung nach entgegengetreten werden. Ein schöne Aktion Pro-Kommentator ist die Dokumentation des kompletten Kommentars des CL-Finals. Der Live-Kommentar wird zur Kunstform erhoben und als eBook veröffentlicht. Die Nörgler mögen sich jetzt darauf stürzen und den kompletten Kommentar sezieren - ich hoffe dabei wird Einigen klar, wie hochgradig nutzlos ihre Nörgelei ist. Während sie sich an Minute 28 des CL-Finals abarbeiten, dreht sich die Fußballwelt weiter und niemanden interessiert mehr, was Béla Réthy am letzten Samstag gesagt hat. 

Sie sind ein notorischer Nörgler und möchten endlich wieder in Ruhe Fußball schauen? Dann habe ich ein paar Tipps:
  1. Den Sender wechseln - Fußballspiele werden ab und an auf mehreren Kanälen übertragen - schauen sie doch einfach mal, ob ein anderer Sender einen für sie geeigneten Kommentator am Start hat?
  2. Marcel-ist-reif.de bietet eine Vielzahl von alternativen Kommentaren - vielleicht sagt ihnen ja einer zu?
  3. Stellen sie den Ton während der Übertragung ab und kommentieren sie selbst - laden sie ihre Nörgelfreunde ein und lassen sie sich von ihnen bewerten. Wechseln sie sich reihum mit dem Kommentieren ab. Diese gruppentherapeutische Maßnahme bringt schnelle Erfolge und wird von den meisten Krankenkassen mit einem Kasten Bier subventioniert. 
  4. Sie können einfach nicht vom Nörgeln lassen - dann behelligen sie nicht weiter unbeteiligte Mitmenschen und bleiben unter sich - am besten sie erstellen ein anonymes Forum in der letzten Ecke des Darknet.
  5. Der Königsweg - gehen sie darüber hinweg.

Weitere Tipps natürlich gern in den Kommentaren.
  

Dienstag, 29. Januar 2013

Sensationen, Sensationen - die Kap Verden beim Afrika Cup

Die Kap Verden - der Außenseiter, der absolute Nobody, der Microstaat - rocken den Afrika Cup. Eine schöne Geschichte. Ungeschlagen durch die Vorrunde, Gastgeber Südafrika und Gigant Marokko ein Unentschieden abgetrotzt und am Ende gegen Angola das Spiel gedreht. Jetzt im Viertelfinale gegen den haushohen Favoriten aus Ghana. Ein Märchen. Grund zu hyperventilieren. Ein Wunder. Dank Mourinho. Weltweiter Jubel - in den Medien.



Als ich das Eröffnungsspiel des Afrika Cups einschaltete, war ich zunächst auch verwundert: die Kap Verden, ist das nicht so eine Miniland, interessant, dass sich dieses Team für den Afrika Cup qualifizieren konnte. Ich schaute die erste Halbzeit. Südafrika war irgendwie bemüht, brachte aber nichts Gutes zustande. Die Kap Verden wirkten auf mich viel abgebrühter - sie spielten sich Chancen heraus, es war mehr Zug zum Tor zu erkennen und die kleinliche Linie des Schiedsrichters nutzten sie aus, um Fouls zu ziehen. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass es sich hier um einen krassen Außenseiter handelte.

Jetzt nach der Vorrunde bzw. im Verlauf dieser brachen die oben genannten Jubelstürme los und ich wollte es genauer wissen. Ich muss gestehen, dass ich keinen der Spieler genauer kenne und meine Recherche relativ oberflächlich verlief - ein Check bei Transfermarkt: 22 der 23 Spieler sind Legionäre. Die meisten verdienen ihr Geld in Portugal (von dem die Kap Verden seit 1975 unabhängig sind), der Kader hat zusammen etwas mehr als 200 Länderspiele bestritten und einen Marktwert von ca. 14 Mio €. Aktuell steht man in der Weltrangliste auf Platz 70.

Ich weiß, dass diese Zahlen nicht besonders viel aussagen, aber sie lassen eine grobe Einordnung des Teams und seiner Spielstärke zu. Im Teilnehmerfeld des Afrika Cups bedeutet das Durchschnitt und nicht krasser Außenseiter. Das zeigt z.B. ein Vergleich mit Gastgeber Südafrika - Weltranglistenplatz 85, Marktwert des Kaders fast 16 Mio € und ein erfahrenes Team mit mehr als 500 Länderspielen. Der Durchschnittsmarktwert der Spieler der Kap Verden war im Match gegen Afrika sogar größer als der, der Bafana Bafana.

Die Kap Verden sind ein kleiner Inselstaat mit gerade mal 500.000 Einwohnern - das sagt aber noch nichts über die Qualität des Fußballs aus. Die Niederlande sind schließlich auch relativ klein und haben verhältnismäßig wenige Einwohner (verglichen mit anderen Fußballnationen). Aus der Ferne betrachtet, wirkt das Abschneiden der Kap Verden sensationell, aber ein genauerer Blick zeigt, dass sie gar nicht so schlecht aufgestellt sind - es handelt sich um Profis, die ihr Geld in Europa verdienen. Diese Information muss man ausblenden, um eine Sensation aus den Erfolgen des Teams basteln zu können. Nichtsdestoweniger ist es natürlich beachtlich, das ein so kleines Land, so viele gute Fußballer hervorbringt. Die Spieler der Kap Verden haben es aber nicht verdient, als krasser Außenseiter behandelt zu werden, für dessen Erfolg ein einwöchiges Praktikum des Trainers bei Jose Mourinho verantworlich sein soll.





Montag, 28. Januar 2013

[Offtopic] Abenteuer Sächsische Zeitung - Wie ich versuchte meine Tageszeitung online zu lesen - von e-papern, Abos und Passwortfeldern


Update: Die SZ hat sich via Twitter bei mir gemeldet und gelobt Besserung:


Für meine Mutter habe ich eine Tageszeitung abonniert. Die Sächsische Zeitung landet Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr verlässlich in ihrem Briefkasten in einem der letzten Winkel Sachsens - soweit so gut. Mit Offline-Usability scheint man sich auszukennen bei der SZ.

Lokale Nachrichten interessieren mich zwar, aber ich könnte mir nur zu gut vorstellen, was passieren würde, wenn eine Zeitung jeden Tag in meinem Briefkasten landen würde - bis auf Papierberge, die sich in der Wohnung bis unter die Decke türmen, hätte ich nicht viel zu gewinnen. Mein Küchentisch ist einfach zu klein für eine Tageszeitung und ich möchte garnicht daran denken, wie ich wild blätternd und knisternd beim frühstücken sitze und meine Freundin auf der anderen Seite des Tisches hinter einer Papierwand verschwindet - keine zwei Wochen würde ich die Papierausgaben lesen.

Aber: Ich arbeite am Computer und bin einigermaßen technikaffin. Also könnte man doch mal versuchen, die SZ online zu lesen.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Pep zu Bayern - linguistisch gesehen

Die Meldung des Tages, ach was, des Jahres - Pep Guardiola coacht ab kommendem Sommer die Bayern. Fußballerisch wird das sicherlich eine Bereicherung für die Bundesliga. Eine dunkle Wolke sehe ich aber am ansonsten weiß-blauen Fußballhimmel:

Pep Guardiola - Quell
wortspiellastiger Überschriften,  CC
Was die Medienberichterstattung angeht, ist mit einem erhöhten Aufkommen an gruseligen Wortspielen zu rechnen. 

Guardiolas Vorname ist eine Einladung! Ich denke, die kommende Bundesligasaison wird medientechnisch weitaus "peppiger" - Zwinker, Zwinker. Die ersten Ausläufer von gestern lassen das kommende Ausmaß schon erahnen - der nicht gerade dem Hardcore-Boulevard zuzurechnende Onlineauftritt des kicker ließ sich zu folgender Schmunzelüberschrift hinreißen:

Das hat Pep! Guardiola wird Bayern-Trainer


In meiner Vorstellung werden jetzt gerade, vor allem in den Sportboulevard-Redaktionen, fleißig Wortspielüberschriften auf Vorrat produziert - mit Pep(p) versteht sich. Für jede Lebenslage die passende Worthülsenheadline, die dann bei Bedarf abgefeuert werden kann.  

Frei Haus liefere ich hier mal ein paar Beispiele:

Mit Pep(p) zum Sieg - Guardiolas Erfolgsgeheimnis!
Aufgepep(p)t - wie Guardiola die Bayern zum Sieg führte!

Aber auch Negativüberschriften lassen sich leicht basteln: 

Wo ist der Pep(p) - den Bayern geht die Puste aus!
Ohne Pep(p) - Bayern spielt nur Unentschieden!

Im Innersten hoffe ich natürlich, dass ich nie, nie, aber auch wirklich niemals eine dieser Überschriften oder sonstiges peppiges Zeug werde lesen müssen. Gibt es noch mehr gruselig-peppige Überschriftenvorschläge?

Update: Wer noch nicht genug hat - Ben Redelings hat eine ganze Batterie von Pep-Sprüchen gesammelt.


Donnerstag, 8. März 2012

Die Relevanzmeister vom SID

“Spannend, unterhaltsam und fundiert” so sollen die Meldungen des SID sein. Trifft manchmal aber nicht so ganz zu. Und bei einigen News mangelt es auch an Relevanz.

Viele Portale "verarbeiten" die Meldungen des SID weiter. Wobei weiterverarbeiten heißt, die Meldungen unreflektiert zu kopieren. Ob nun dieser oder jener Ersatzspieler im bedeutungslosen Rückspiel des Sechzehntelfinales der Europa League dabei sein kann, gesperrt oder verletzt ist, das geht ja noch mit Augenzudrücken als Nachricht durch. Auch wenn gemeldet wird, dass ein italienischer Drittligist seinen Trainer entlassen hat, könnte es noch eine gewisse Anzahl von eingefleischten Fans geben, die das interessiert.

Gut, das war jetzt leicht übertrieben, aber was ich vor einigen Tagen gelesen habe, war für mich eine völlig neue Facette des Sportjournalismus: Messerstecherei nach Fußballspiel endet tödlich

Wer jetzt vermutet es geht um ein Spiel in der zweiten kolumbianischen Liga - weit gefehlt. Passiert ist das Ganze auf einem Bolzplatz in Berlin. Einerseits verwundert es mich, wie der SID daraus eine Meldung machen kann, also was das Ganze mit Sport im engeren Sinne zu tun hat und noch viel mehr erstaunt mich, wie Sportredaktionen die Meldung durchwinken.

 Im besten Fall ist das etwas für den Lokalteil oder den nach Blut lechzenden Boulevard. Oder habe ich da was falsch verstanden? Gibt es eine Querverbindung zu den Boateng-Brüdern (sehr lesenswert)? Zumindest konnte ich da nichts erkennen, was so direkt mit Fußball zu tun hat. Also wieso kommt sowas auf den Sportseiten im Internet an?

Mich für meinen Teil nervt es unglaublich, so etwas in den Sportnewsspalten oder in meinem Feedreader zu finden. Sollte ich mich wider Erwarten doch mal für Blut, Mord und Totschlag interessieren, kann ich RTL einschalten. Ein Minimum an redaktioneller Arbeit kann man doch erwarten (auch wenn’s kostenlos ist, die Sachen zu lesen, ich weiß). Im Großen und Ganzen wortgleich gab es die Meldung u.a. auf diesen Sport/Fußballseiten bzw. in den jeweiligen Sportressorts:


Darüber hinaus gibt es natürlich eine Vielzahl von Meldungen beim SID, die zwar Fußball-Relevanz besitzen, aber deren Informationsgehalt dann gegen null geht. Wenn jetzt eine Sportredaktion diese Meldungen aufgreift, wünscht man sich als Fußballfan, das da noch irgendeine interessante Information hinzukommt. Meist hofft man aber vergebens. Meine meist gehassten, den Feedraeder verstopfenden, Meldungen:

Hach ja, es sind nur Newsseiten, aber man kann doch erwarten, dass der größte Quatsch ausgesiebt wird und man lieber mal eine Nationalmannschaftsnominierungsmeldung weglässt.