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Montag, 19. Mai 2014

Deutscher Fußball ist nicht ganz so gut wie gedacht.
Oder doch? Oder nicht? Hach!

Eigentlich war alles klar nach dem deutsch-deutschen Champions League Finale in London: Die Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt und auf dem besten Weg, die spanische Hegemonie zu brechen. Die englischen Vereine waren da schon lange ausgeschieden. Im Achtelfinale war Schluss für den letzten Premier League-Vertreter. Auch wenn die Klubs von der Insel weiterhin und auf Jahre hinaus ein Vielfaches der Einnahmen der Bundesligisten erhielten/erhalten/erhalten werden - die Premier League war nur noch reif für die Insel.

Die Bundesliga war obenauf. Doch dann, im Herbst 2013, sah das wieder ganz anders aus:
Siebenmal haben deutsche und englische Teams bisher in der Gruppenphase gegeneinander gespielt, fünfmal siegten die Briten.
Die Premier League also wieder ganz oben. Aber dann schon wieder irgendwie doch nicht mehr. Im Viertelfinale der Königsklasse standen je zwei deutsche und englische Klubs, im Halbfinale je einer. Bundesliga und Premier League nun also gleichauf!

Indessen sicherte sich ein spanisches Team den Titel in der Europa League und zwei Klubs aus der Primera Division treffen im Finale der Champions League aufeinander. Damit ist es jetzt, erstmal, bis auf Weiteres, glasklar - die spanische Liga ist die beste der Welt - schon immer gewesen und sowieso.

Achterbahn
Ständiges Auf und Ab zwischen 
den Ligen (Symbolbild), 
Achterbahn von Tepes1983 bei Flickr
Aber irgendwann, irgendwann ist die Bundesliga dran, weil die Klubs wirtschaftlich so gut aufgestellt sind. Denn lange halten die spanischen Klubs ihre Schuldenkonstrukte nicht mehr aufrecht und wenn das Financial Fairplay erst greift und überhaupt. Auf lange Sicht ist die Bundesliga die Nummer Eins.

Und bis dahin schauen wir von Monat zu Monat, wer mal gegen diesen, mal gegen jenen Verein gewinnt und fragen uns, welche Liga denn nun gerade die tollste, stärkste, beste ist, immer danach lechzend, dass sich ein Spieler, Trainer oder Bruder eines Bekannten eines ehemaligen Regionalliga-Co-Trainers dazu versteigt, in einem Nebensatz die magischen Worte fallen zu lassen:

Die Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt.


Mittwoch, 26. Februar 2014

Absolute Eigengewächse

Wie ist das denn nun mit der Jugendarbeit in der Bundesliga? Latent ist schon das Gefühl da, dass relativ viele junge Spieler aus den eigenen Jugendteams zum Einsatz kommen und dass es sie noch gibt, die Profis, die ihren Klubs über viele Jahre treu bleiben.

Ich habe verglichen. Mit der spanischen Primera Division und der englischen Premier League. Und zwar die absolute Zahl der Spieler, die im Kader des ersten Teams stehen und bisher nur für ihren aktuellen Klub aktiv waren. Nicht berücksichtigt dabei wurde die Größe des Kaders und dennoch sagen die Zahlen so einiges.





In der Bundesliga stehen also durchschnittlich die meisten Eigengewächse in den Kadern - fast 7 Spieler pro Team. Die spanische Primera Division folgt knapp dahinter, in der Premier League stehen im Schnitt nicht mal 3 Eigengewächse im Kader. Was zu erwarten war.

Vergleicht man die einzelnen Teams, so fällt auf, dass es in der Primera Division ein starkes Gefälle gibt. Mehrere Klubs rekrutieren ihren halben Kader aus der eigenen Jugend (Athletic Bilbao gezwungenermaßen), in anderen spanischen Kadern sind nahezu gar keine solchen Profis zu finden.

In England tendiert die Anzahl an Eigengewächsen oft gegen Null. Die neue eigens für U21-Teams der Premier League Klubs gegründete Nachwuchsliga könnte ein Grund dafür sein. Auffällig ist, dass mit Manchester United und Arsenal zwei seit vielen Jahren erfolgreiche Mannschaften, die meisten Eigengewächse in ihren Reihen haben.

In der Bundesliga sind auch die großen Zwei unter den Mannschaften mit den meisten Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Einen Beitrag zu der Menge an Eigengewächsen in Bundesligakadern leistet sicherlich auch §5 a der DFL Lizenzordnung Spieler (Dank an vio für den Hinweis). Darin ist nämlich verankert, dass mindestens vier vom Klub ausgebildete Spieler im eigenen Kader stehen. Ausnahmen, die die Abstinenz von ausschließlich bei einem Verein aktiven Spielern bspw. in Augsburg erklären, gibt es natürlich. So müssen die Spieler z.B. im Alter von 15 - 21 nur drei Jahre bei einem Bundesligisten gewesen sein, um als vom Klub ausgebildet zu zählen.


*Die Zahlen sind absolut, die Kadergröße wurde also nicht berücksichtigt. Ebenso wenig Nachwuchsspieler, die den Verein nur vorübergehend verlassen haben. Und die Anzahl an Eigengewächsen im Kader ist natürlich nur eine quantitative Bewertung, keine qualitative. Es lässt sich also nicht ablesen, wie bzw. wie oft die Spieler eingesetzt werden.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Vier Vorschläge wider die Bedeutungslosigkeit

Noch drei Spieltage zu gehen. Bayern ist Meister, Dortmund dahinter, Europapokal und Relegation werden noch ausgekungelt. Ansonsten herrscht schon so ein bisschen Sommerstimmung. Zwar versuchen Medien und Vereinsverantwortliche die Spannung hoch zu halten, aber der Großteil der Fußballinteressierten fiebert auf das Wembley Kraut Final (mein Beitrag zur ZDF-Namenssuche) hin - behaupte ich jetzt einfach mal. Also was tun gegen die Eintönigkeit der letzten Spieltage? Vier nicht ganz ernst gemeinte Vorschläge:

1. Spiele verschieben 
Man könnte z.B. solange mit dem Bundesliga-Tabellenrechner herumspielen bis Greuther Fürth auf einem Relegationsplatz steht oder die Bayern nicht mehr auf Platz 1. Variante für Fortgeschrittene: wer schafft beides und verändert dabei so wenig Ergebnisse wie möglich? Ich lege mal neun veränderte Ergebnisse vor.

2. Umsatteln

In ganz Europa sind die Titel schon verteilt? Mitnichten! Der Endspurt in der mazedonischen Liga verspricht z.B. Nervenkitzel. In der Prva Makedonska Fudbalska Liga (klingt wie Musik) trennen die ersten drei der Tabelle nur vier Punkte bei sechs ausstehenden Spielen. Spannung bis Ende Mai ist garantiert. Wer holt den Titel? Horizont Turnovo, Rekordmeister Vardar Skopje oder Metalurg Skopje. Dem Meister winkt Quali-Runde 2 der Champions League.

3. Daten sammeln
Der aufmerksame Zuschauer kann schon jetzt beginnen, wichtige Informationen zu sammeln für unnütze Statistiken aller Art. Wer an den letzten drei Spieltagen aus Gründen nicht mehr trifft oder siegt oder beides, den kann man dann gleich zu Beginn der neuen Saison einen mitgeben: “Spieler XYZ seit April ohne Torerfolg/Sieg!” Bämm! Das sitzt. Und zeugt von unnachahmlichem Fußballsachverstand. Dass der halbe Kader eines Teams ausgewechselt wurde - egal. Dass der Außenstürmer jetzt Außenverteidiger spielt - nicht so wichtig. Denn nichts geht über eine gut konstruierte saisonübergreifende Statistik. Zahlen lügen nicht.

4. Witze sammeln
Irgendwas Lustiges mit Steuerhinterziehung und Transfers von Dortmund zu Bayern muss sich doch kreieren lassen. Die kommenden Wochen können genutzt werden, um witzig-ironische Tweets für das Wembley Kraut Final (um das Wort zu etablieren) vorzuproduzieren und dann im richtigen Moment abzuschießen. Im besten Fall kann im Vorfeld die Tauglichkeit der Witzchen im näheren Bekanntenkreis erprobt werden.



Dienstag, 5. Februar 2013

Ticketpreise in der Bundesliga - visualisiert

Der Guardian hat vor Kurzem eine Aufstellung zu Ticketpreisen in Europa veröffentlicht und gleichzeitig alle Informationen zu den Preisen bei den einzelnen Klubs verfügbar gemacht. Diese Daten habe ich in eine Visualisierung für die Bundesliga gegossen. Die Visualisierung wurde mit der kostenlosen Software Tableau erstellt - man sieht vermutlich, dass ich damit gerade meine ersten Schritte mache.

Oben kann zwischen Einzeltickets und Dauerkarten ausgewählt werden. In der ersten Übersicht sind alle Bundesligateams mit der Preisspanne vom günstigsten bis zum teuersten Ticket angegeben. Man kann klar erkennen, wer wie günstige Tickets anbietet und wie weit die Preisspirale nach oben reicht. Aus der Darstellung sind natürlich keine Schlüsse darauf möglich, wie viel die Klubs über Ticketverkäufe einnehmen und auch die Größe der Kartenkontingente spielt keine Rolle.

In der Übersichtskarte sind die Preisunterschiede nochmal anders visualisiert - je größer der Kreis, desto größer der Preisunterschied zwischen günstigstem und teuerstem Ticket.

Unten dann noch mal ein Vergleich mit La Liga, Serie A und Premier League - die Durchschnittswerte werden gegenübergestellt.

Der Guardian weist darauf hin, dass bei einigen Klubs die Preise für Business- und VIP-Tickets enthalten sind. Und zu guter Letzt: Die Euro-Preise dürften nicht auf den Cent den realen Preisen entsprechen, da die Daten des Guardian in Pfund vorlagen und von mir umgerechnet wurden.


Donnerstag, 17. Januar 2013

Pep zu Bayern - linguistisch gesehen

Die Meldung des Tages, ach was, des Jahres - Pep Guardiola coacht ab kommendem Sommer die Bayern. Fußballerisch wird das sicherlich eine Bereicherung für die Bundesliga. Eine dunkle Wolke sehe ich aber am ansonsten weiß-blauen Fußballhimmel:

Pep Guardiola - Quell
wortspiellastiger Überschriften,  CC
Was die Medienberichterstattung angeht, ist mit einem erhöhten Aufkommen an gruseligen Wortspielen zu rechnen. 

Guardiolas Vorname ist eine Einladung! Ich denke, die kommende Bundesligasaison wird medientechnisch weitaus "peppiger" - Zwinker, Zwinker. Die ersten Ausläufer von gestern lassen das kommende Ausmaß schon erahnen - der nicht gerade dem Hardcore-Boulevard zuzurechnende Onlineauftritt des kicker ließ sich zu folgender Schmunzelüberschrift hinreißen:

Das hat Pep! Guardiola wird Bayern-Trainer


In meiner Vorstellung werden jetzt gerade, vor allem in den Sportboulevard-Redaktionen, fleißig Wortspielüberschriften auf Vorrat produziert - mit Pep(p) versteht sich. Für jede Lebenslage die passende Worthülsenheadline, die dann bei Bedarf abgefeuert werden kann.  

Frei Haus liefere ich hier mal ein paar Beispiele:

Mit Pep(p) zum Sieg - Guardiolas Erfolgsgeheimnis!
Aufgepep(p)t - wie Guardiola die Bayern zum Sieg führte!

Aber auch Negativüberschriften lassen sich leicht basteln: 

Wo ist der Pep(p) - den Bayern geht die Puste aus!
Ohne Pep(p) - Bayern spielt nur Unentschieden!

Im Innersten hoffe ich natürlich, dass ich nie, nie, aber auch wirklich niemals eine dieser Überschriften oder sonstiges peppiges Zeug werde lesen müssen. Gibt es noch mehr gruselig-peppige Überschriftenvorschläge?

Update: Wer noch nicht genug hat - Ben Redelings hat eine ganze Batterie von Pep-Sprüchen gesammelt.


Dienstag, 15. Januar 2013

Dauerkarten in der Premier League: Preis-Leistungs-Verhältnis

Update: Weitaus interessanter finde ich die Aufstellung des Guardian, der die Ticketpreise in den großen Ligen vergleicht - mit Möglichkeit zum Datendownload - vielleicht mache ich daraus noch etwas...

Genau das Richtige für den erfolgsorientierten Stadiongänger ist die interaktive Aufstellung des Telegraph. Die zeigt nämlich, wo man in der Premier League in der vergangenen Saison die meisten Tore und Punkte für sein Geld zu sehen bekam. Als Vergleichsgröße muss dafür der Kostenpunkt für die günstigste Dauerkarte herhalten.

Premier League Dauerkarten - Preis-Leistung
Wie viele Tore gibts fürs Geld? Screenshot - Telegraph.co.uk
 
Im Schnitt muss der englische Fan 16 Pfund und ein paar Zerquetschte ausgeben, um ein Tor zu sehen - an der Anfield Road waren es sogar etwas mehr als 30 Pfund. 
Vielleicht sollten sich die Dauerkarteninhaber in der Premier League mal Gedanken darüber machen, wie Sie ihre Geldanlage Dauerkarte optimieren können. Den größeren ROI könnte man sicherlich erzielen, wenn man in die Bundesliga übersiedelt - bei den hohen Dauerkartenpreisen auf der Insel wären die Reisekosten sicherlich schnell amortisiert - Stehplatzfeeling inkl.
Vielleicht sollte sich aber auch der Telegraph Gedanken darüber machen, ob so eine Infografik irgendeine Aussagekraft besitzt oder eine Erkenntnis mit sich bringt. Laufen jetzt die Fans der Reds in Scharen zu Everton über, nur weil Sie dort mehr Zählbares für ihr Geld bekommen?   

Donnerstag, 10. Januar 2013

Die Topscorer der Bundesligahinrunde

Screenshot der Torjäger-Visualisierung
Wie sich bereits in anderen Beiträgen herauskristallisiert hat, bin ich Freund von Zahlen und Statistiken. Ich bin immer wieder auf der Suche nach Tools, die Daten im Web visualisieren können. Vor kurzem bin ich auf den Dienst Tableau gestoßen, der es ermöglicht, interaktive Diagramme fürs Web zu erstellen. Ich habe die Software ausprobiert und mein erster Gehversuch ist nun eine Zusammenstellung der Topscorer der Bundesligahinrunde.

Die Übersicht zeigt die Anzahl an Toren und Vorlagen nach Spieltagen, eine Zeitleiste auf der einzelne Ereignisse ausgewählt werden können und eine Detailansicht mit genauen Angaben zum Scorerpunkt. Alles ist anklickbar, zoombar und filterbar - also einfach mal ein bisschen rumklicken. Vielleicht verkürzt euch das die Zeit bis zum Rückrundenbeginn ein bisschen.

Am Interessantesten: die Filterfunktion, mit der sich prima herumspielen lässt - mit einem Klick sieht man den besten Scorer der 1. Halbzeit oder den besten Scorer im eigenen Stadion oder beides...  

Woher kommen die Daten?

Die Daten stammen von den offiziellen Seiten der Bundesliga, Fussballdaten.de und Transfermarkt.de. Bei den Assists ist mir aufgefallen, dass die offiziellen Angaben der Bundesliga von denen der anderen Seiten abweichen - oft zum Nachteil der Spieler. Meine Regel lautete - im Zweifel für den Angreifer - hier kann man sich die kompletten Daten als Google Spreadsheet ansehen. Wenn es was zu korrigieren gibt, dann Info an mich.

Wie funktioniert Tableau?

Tableau ist eine Software zur Datenvisualisierung. Es muss eine kostenlose Windows-Software installiert werden, mit der die Visualisierungen erstellt werden. Die Ergebnisse der Arbeit werden direkt im Web gespeichert (also nichts für vertrauliche Daten, zumindest in der Kostenlos-Version). Die erstellten Diagramme können über die Tableau-Website abgerufen oder, wie unten, eingebettet werden.

Gemessen an der Komplexität der Software fiel die Einarbeitung zwar langwierig, aber nicht entmutigend endlos aus. Der Datenimport aus verschiedenen Quellen geht schnell von der Hand und einfache Diagramme sind schnell zusammengeklickt. Bei komplexeren Diagrammen sitzt der Erstanwender dann aber erstmal ratlos vorm Rechner und versucht sein Problem mit Trial and Error zu lösen. Eine große Hilfe dabei waren die vielen englischsprachigen Tutorials, die im Netz zu finden sind und die umfassende Dokumentation.

Womit ich noch nicht zufrieden bin, ist der Look des Ganzen. Das Layout ist jetzt eher zweckmäßig ausgefallen - da ist sicherlich viel Luft nach oben und um es richtig hübsch zu bekommen, muss sicherlich ein bisschen getrickst werden, da Tableau in Sachen Layout nicht allzu viele Funktionen mitbringt.

Wie geht es weiter?

Wer einen Blick in die Google-Tabelle wirft, wird sehen, dass ich weit mehr Daten erhoben habe, als oben zu sehen sind, bspw. Ballkontakte, Zweikampfstatistik usw. Aus Zeitgründen habe ich es noch nicht geschafft, dafür interessante Diagramme zu basteln - das könnte aber noch werden, wenn es interessiert.

Ein weiterer Punkt wäre die Fortführung der Daten im laufenden Spielbetrieb - ich kann momentan noch nicht abschätzen, ob es mir möglich wäre, dass zu stemmen. Die Datensammlung war etwas mühselig, da die einzelnen Werte nicht von irgendwoher als Tabelle importiert werden konnten sondern händisch herausgesucht werden mussten. Kennt vielleicht jemand eine Quelle für strukturierte Daten zur Bundesliga oder hätte jemand Interesse, sich an dieser Fleißarbeit zu beteiligen?





Dienstag, 13. November 2012

Der durchschnittliche Meister

Bei meiner Meisterbesiegererhebung ließen sich ganz nebenbei noch andere Informationen zu Tage fördern, und zwar, wie der amtierende Meister in der darauffolgenden Saison geliefert hat. Als Feind von Zahlenkolonnen und Freund des Visuellen, habe ich mich an einer Infografik versucht (kostenlos erstellt mit Piktochart).


Siege und Niederlagen

Der amtierende Meister gewinnt mehr als die Hälfte seiner Spiele (53,5 %). Die restlichen werden je zu knapp einem Viertel verloren oder gehen Unentschieden aus.
Die meisten Siege in einer Saison konnten die Bayern 72/73 erringen - insgesamt 25 Stück - das reichte natürlich zur Titelverteidigung. Die wenigsten Siege schaffte der Klub 68/69 - nur 9-mal konnte gewonnen werden - und stieg bekanntermaßen als einziger Meister direkt ab.
Die meisten Unentschieden als amtierender Meister kann der BVB verbuchen. Gleich 13-mal mussten die Punkte in Zeiten der Drei-Punkte-Regel 02/03 geteilt werden.
Nur eine einzige Niederlage mussten die Bayern bei ihrer Titelverteidigung 86/87 hinnehmen. Die meisten Niederlagen steckten nicht die abgestiegenen Nürnberger ein sondern der VfB Stuttgart 84/85 - ganze 15-mal ging man als Verlierer vom Platz.

Tore und Gegentore

Pro Saison schießt der amtierende Meister durchschnittlich 68,71 Tore - das sind etwas mehr als 2 Tore je Spiel. Auch hier sind es die Bayern, die aktuell den Bestwert halten mit 95 Treffern in der Saison 73/74. Selbst in der Niederlage konnten die Bayern das Toreschießen nicht lassen - die legendäre 4:7-Niederlage am Betzenberg ereignete sich am 12. Spieltag:
Die wenigsten Tore erzielte die Eintracht aus Braunschweig 67/68 als sie nach ihrer Überraschungsmeisterschaft nur Platz 9 erreichte bei 37 Toren.
Im Schnitt 40,69 Gegentore frisst der amtierende Meister. Die sicherste Meisterabwehr stellte der BVB, nur 24-mal zappelte der Ball im Netz - das reichte aber nicht zur Titelverteidigung sondern nur zu Platz 3 und den bereits erwähnten 13 Unentschieden in der Saison 02/03. Die durchlässigste Abwehr hatten die Bayern 74/75 am Start - 63 Gegentore gab es. 0:6 verlor man mit 6 frisch gebackenen Weltmeister gleich am ersten Spieltag beim Außenseiter in Offenbach:
Ich will noch einmal kurz auf die bereits erwähnten Stuttgarter aus der Saison 84/85 zurückkommen, denn nicht nur bei der Anzahl der Niederlagen sondern auch bei den Toren war man überdurchschnittlich. Die Stuttgarter erreichten zwar nur Platz 10, schossen dabei jedoch 79 Tore. Karl Allgöwer und die 20-jährige Neuverpflichtung Jürgen Klinsmann trafen zusammen 34-mal.

Platzierung

Bei den Platzierungen der amtierenden Meister gehört der 10. Platz der Stuttgarter schon zum schlechtesten, was die Bundesliga zu bieten hat - nur die bereits angesprochenen Gegentor-Bayern (74/75, Platz 10) und die abgestiegenen Nürnberger bewegen sich in diesen Sphären. 12 Meister erreichten Platz 4 - 9, fast 70 % erreichten Platz 1 - 3 und gleich 15-mal gelang die Titelverteidigung. Im Schnitt bedeutet das eine Platzierung von 3,47 für den Meister.

Jetzt aber endlich die angesprochene Infografik, die einem einen Großteil der Lektüre erspart:


Zur Infografik:

Gemacht mit Piktochart, erhoben mit Daten aus meiner Meisterbesieger-Statistik. Piktochart bietet in seiner free-Variante ordentliche Funktionen zur Formatierung an, die Möglichkeiten zur Darstellung der Daten ist stark begrenzt. Kreisdiagramm 1 gibt die Werte exakt wieder, am Balkendiagramm habe ich manuell herumgeändert (Minimum/Maximum) und das Platzierungsdiagramm ist nach Augenmaß entstanden. Im Großen und Ganzen ist der Dienst aber ganz brauchbar.